Blick vom Kriemhildenstuhl oberhalb vom Steinbruch über Bad Dürkheim

Bad Dürkheim – Ich und mein Wein

Das erste Mai Wochenende steht vor der Tür und an den Weinreben zeigt sich das erste Grün. In diesem Jahr fällt der Tag der Arbeit auf einen Montag und was gibt es da besseres, als ein verlängertes Wochenende mit einem Ausflug fern der Arbeit zu beginnen.

Erste Orientierungsversuche durch Bad Dürkheim

Um den Weg kurz zu halten, geht es einmal durch das Neckartal und die Rheinebene auf die andere Seite in die Pfalz. Das Ziel heißt Bad Dürkheim, genauer der Panoramaweg des Drachenfels Clubs über Bad Dürkheim. Die Vorbereitungen laufen gut: Wanderkarte ausgedruckt, Ausrüstung und Kind sind gut vorbereitet und eine Flasche Wein ist auch dabei. Stellt sich nur die Frage, warum man in eines der größten Weinanbaugebiete der Region seinen eigenen Wein mitbringt.

Los geht die Wanderung am Dürkheimer Fass. Alle Wurstmarktbesucher kennen dieses überdimensionale Weinfass, welches ein Lokal beherbergt und Treffpunkt für so ziemlich alle Bad Dürkheim Besucher zu sein scheint. Nach den ersten Metern stellen wir vier emotional nahezu Erwachsene und ein Baby fest, dass wohl unser Nachwuchs am ehesten die Karte lesen kann und überlassen unserer Tochter die Führung. Könnte Sie schon sprechen, hätte sie uns sicher auch den richtigen Weg gesagt. Angesicht dieses Mangels hat es einige verzweifelte Blicke aufs Papier, das Zuschalten von GPS und eine kleine Wendung bedarf, um auf dem richtigen Weg zu bleiben.

Geleitet und geführt vom Drachen

Nachdem wir uns durch kleine aber sehr schöne Nebenstraßen geschlängelt haben und den Anstieg über viele Stufen zum Eingang des Naturkundlichen Lehrpfads Bad Dürkheim gefunden hatten, wurden wir mit einer ersten Erkenntnis belohnt. Ein kleines Wappen mit einem Drachen wird uns den Weg weisen. Das Logo des Drachenfels Clubs. Nachträglich betrachtet, kommt diese Erkenntnis nicht sehr überraschend, stammt doch die Wanderroute vom Drachenfels Club.

Wir setzen unseren Aufstieg weiter fort und stehen schon vor dem nächsten Problem. Ein Meer von Wegen führt den Berg hinauf. Welcher wohl unser ist? Normalerweise würde man sagen, erstmal der größte Weg oder der Pfad, der am ehesten wie ein offizieller Weg aussieht. In diesem Fall waren es lediglich die Stufen aus Steinen, welche in unregelmäßigen Abständen in den Wald geworfen zu sein schienen. Ab und zu stand auch eine Bank an der Strecke. Damit konnten wir wenigsten sicher sein, dass hier schon mal das Forstamt den Weg für begehbar erklärt hat. Über Stock und Stein und einiges an Laub haben wir unseren Weg dann schließlich gefunden und zur ersten richtigen Pause angesetzt. Und da war er dann auch: Ein guter Schluck Wein und ein Snack als Belohnung.

Aussichtspunkt als erstes Etappenziel

Unser erstes tatsächliches Etappenziel haben wir etwas später dann auch erreicht. Ein Aussichtspunkt an der südlichen Spitze des Lehrpfades. Von hier aus bot sich für uns der wunderschöne Ausblick auf die Klosterruine Limburg und über den Pfälzer Wald. Ein Blick auf die Karte und unsere tatsächlich aufgezeichnete Route bewies dann mal wieder, dass Karten lesen nicht unser größtes Talent ist. Aber immerhin war der kleine Extraschlenker schön.

Blick auf die Klosterruine Limburg und über den Pfälzer Wald

Die Phantasie der Steine

Vom Aussichtspunkt ging es dann nur wenige Schritte weiter Bergauf zur Kaiser Wilhelm Höhe. Der Turmartige Bau wurde vom Drachenfels Club bereits 1888 erbaut und 1976 erneuert. Den Drachenfels Club scheint es also schon eine Weile zu geben. Gestärkt mit einem Schluck Wein, haben wir uns dann auf die Suche nach der Heidenmauer gemacht. Diese lag etwas abseits der geplanten Route und ist damit die eine tatsächlich geplante Abweichung vom Weg. Von der Kaiser Wilhelm Höhe ging es also gen Norden auf die Suche nach einem Haufen Steine. Ja richtig gelesen. Wir haben im Wald, in dem ohnehin viele Steine rumlagen, den einen Ort gesucht an dem diese gehäuft vorkommen. Auch wenn es eher ein zufälliger Blick war, der uns auf den parallel zum Weg verlaufenden Wall gestoßen hat, haben wir die Mauer, bzw. das was davon übrig ist, dann auch gefunden. Die Heidenmauer wurde ursprünglich von Baumstämmen gestützt. Da diese über die Jahre verrottet sind, ist nun also nicht mehr als ein Berg Steine zu sehen. Immerhin gibt es entlang der Wanderroute eine Nachbildung.

Rhömischer Steinbruch als geschichtlicher Höhepunkt

Den Höhepunkt des Panoramaweges haben wird dann mit dem Aussichtspunkt Kriemhildenstuhl erreicht. Hier steht man oberhalb eines Steinbruches, welchen bereits die Römer angelegt haben. Schön hergerichtet mit Bänken und Hütte haben wir hier eine längere Pause genossen. Nach der Rast ging es hinab zum Steinbruch. Einige Gravuren bezeugen die Anwesenheit von römischen Legionären. Zudem wird dieser Ort auch mit der Sagenwelt des Niebelungenliedes in Verbindung gebracht. Vom Steinbruch treten wir dann den Abstieg ins Tal an. Unser Weg führt uns vom Wald aus durch die Weinberge direkt zurück zum Parkplatz.

Alles in allem ist diese Route sehr zu empfehlen. Es macht viel Spaß durch den zum Teil recht ursprünglich wirkenden Wald zu spazieren und der Aufstieg wird mit super Aussichten belohnt. Eine gute Entscheidung war es dann auch unsere Jüngste in die Trage zu nehmen. Mehr als die Hälfte des Weges ist nicht für Kinderwagen geeignet. Wer die Lust verspürt auf unseren Pfaden zu wandeln, dem soll die unten aufgeführte Karte eine Hilfe sein. Für alle, die es lieber mit dem original probieren möchten gibt es hier den Link.

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