Asussichtsplattform

Der mystische Schlund des Talos und Philosophenweg (Heidelberg)

Die Suche nach etwas Abkühlung in höheren Lagen kann einen an seine eigenen körperlichen Grenzen bringen. Vor allem, wenn man das eigene Kind geschultert hat. In Heidelberg sind es um die 30 Grad und es steht zur Wahl am Nachmittag noch ins Freibad zu gehen oder hoch in den Odenwald zu wandern, wo es in der Regel ein paar Grad kälter ist. Da ich unbedingt mal zum mystischen Schlund des Talos wollte, der nur unweit der Heidelberger Altstadt auf der gegenüberliegenden Neckarseite liegt, habe ich mich fürs Wandern entschieden.

Doch schon die Anreise lässt mich an der Sinnhaftigkeit dieser Entscheidung zweifeln. Es ist so warm, dass das laufen mit schwerem Gepäck keine Freude ist. Und dann habe ich mich von einer älteren Dame auch noch in den falschen Bus locken lassen. „Das geht ja gut los“, dachte ich mir. Als ich meinen Fehler bemerkt hatte, ist der Bus so ungünstig abgebogen, dass es für mich keine Umstiegsmöglichkeiten mehr gab, um meinen Fehler kurzfristig zu korrigieren. Ich habe mich dann entschieden auf die S-Bahn umzusteigen. Am Bahnhof angekommen machen mir die Gespräche anderer Fahrgäste nur wenig Mut überhaupt noch irgendwo anzukommen. An einem Bahnhof in der Nähe sind sämtliche Zugverbindungen ausgefallen. Doch ich hatte Glück. Keine fünf Minuten musste ich auf die richtige Bahn warten und am Ende war ich viel schneller an meinem Startpunkt, als ich ursprünglich geplant hatte.

Alles gut, jetzt kann es losgehen. Emily hat von den Anfahrtsschwierigkeiten wenig mitbekommen. Gemütlich und ruhig sitzt sie in der Kraxe und guckt in der Gegend herum. Unser Weg beginnt an der S-Bahnstation Heidelberg Altstadt und führt uns als erstes über den Neckar. Auf der Schleuse machen wir einen kurzen Stopp und schauen Richtung Heidelberger Schloss, lassen den Blick über den Neckar schweifen und gehen weiter auf die Heidelberger Villa zu. Dort führt uns eine kleine Gasse hinauf Richtung Hauptziel: Berg auf zum mystischen Schlund des Talos.

Doch schon der Aufstieg verdirbt mir die Vorfreude. Innerlich fluche ich wie ein Rohrspatz und wünsche mich ins Freibad. Es ist unglaublich warm und mit Kind in der Trage entsprechend anstrengend. Und das aller größte Problem, es will einfach nicht kühler werden. Zum Glück scheint Emily dies alles nichts auszumachen. Aber wenn mich einer durch die Gegend trägt, bin ich bestimmt auch entspannter.

Der mystisceh Schlund des Talos

Am Schlund angekommen weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Ich stehe an einem kleinen grün bedeckten Teich. Im Nachhinein habe ich gelesen, dass ich natürlich zur falschen Zeit da war. Im Sommer ist der „Teich“ mit Teichlinsen bedeckt und man kann nicht hinein gucken. Der Teich selber soll sehr tief und über eine Höhle mit dem Neckar verbunden sein. Unabhängig davon gibt es aber einen kleinen wasserfallartigen Zu- und Ablauf. Die Natur hier hat schon einen gewissen Reiz. Doch wie bei unserer Wanderung zur Margarethenschlucht, ist dieser Wasserfall nur ein Rinnsal. Falsche Jahreszeit vermute ich. Zudem war oberhalb des kleinen Bachlaufs eine Baustelle. Hier lohnt es sich vielleicht im nächsten Jahr mal vorbei zu schauen, was dort entstanden ist.

Vom mystischen Schlund des Talos geht es über einen schmalen Waldweg zum Heidelberger Philosophenweg. Der Philosophenweg ist eines der bekanntesten Touristenziele in Heidelberg und bietet über den gesamten Weg einen herrlichen Blick auf die Heidelberger Altstadt, die Alte Brücke und natürlich auf das Heidelberger Schloss. Längere Pausen, die Aussicht und ein Snack entschädigen schließlich für die Strapazen beim Aufstieg. Am Ende des Tages konnte ich einen schönen Nachmittag mit meiner Tochter verbringen, die viel Spaß beim Erkunden der kleinen Parks hatte. Zudem ist eine neue Route zum Nachwandern entstanden. Hierfür sollte man sich jedoch einen Tag raussuchen, an dem keine 30 Grad sind. Der Philosophenweg ist bei weitem nicht hoch genug, dass die Auswirkungen auf die Temperaturen spürbar wären und der Weg selber ist nicht besonders schattig.

Am Ende führt uns eine steile Treppe wieder hinab an das Flussufer des Neckars und die Neckarwiese. Hier bietet sich die Möglichkeit direkt zum Bismarckplatz zu laufen oder weiter Flussabwärts entlang der Neckarwiese zum Betriebshof, bzw. zum Heidelberger Hauptbahnhof zu gelangen. Alles in allem ein lohnenswerter Abschnitt um die Stadt Heidelberg zu bestaunen.

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Christian

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