brucethemoose, Schwarzwald

Kurz(Road)trip durch den Schwarzwald

Nach unserem Kurztrip in die Südeifel ging es diesmal in den Schwarzwald, genauer an den Schluchsee. Uns erwartet ein vollgepacktes Wochenende mit viel Wasser und lokalen Leckereien.

Auf dem Freiburger Markt

Morgens um halb acht brechen wir auf in Richtung Süden. Unser erstes Etappenziel: Frühstücken in Freiburg. In Freiburg angekommen starten wir mit einem Spaziergang über den Markt am Freiburger Münster. Hier erwarten uns eine Menge lokale Handwerkskunst und Speisen aus der Region. Obst und Gemüsehändler, Wurst und Käse und dazwischen immer wieder Schnitzereien und frische Blumen. Wir suchen uns ein Café direkt am Marktplatz und beobachten das bunte Treiben. Laut Aushang kommen auch die Zutaten fürs Frühstück zum größten Teil vom Markt. Etwas unentspannt wurde es schließlich durch den Besuch zahlreicher Wespen. Jetzt teile ich meinen Schinken nicht so gerne. Da kam dann doch etwas Eile auf beim Aufessen, bevor die Wespen das beste Stück ergattern.

Schon bei der Ankunft in Freiburg wird uns klar: hier müssen wir noch einmal wiederkommen. Nach dem ersten Eindruck ist Freiburg eine tolle Stadt mit vielen kleinen Gassen und Wasserläufen. Nahe der Altstadt gibt es noch eine Bergbahn und einen Aussichtsturm und sicher viele weitere Dinge zu erkunden. Da wir aber ein anderes Ziel haben, brechen wir direkt nach dem ausgiebigen Frühstück wieder auf.

Dieses letzte Augustwochenende verspricht noch einmal so richtig heiß zu werden. Hochsommerliche 30 Grad erwarten uns. Dies wissen wohl auch alle anderen und so ist es wenig verwunderlich, dass schon die Zufahrt in den Schwarzwald und zum „Badeparadies Tittisee“ verstopft ist. Im Urlaubsmodus und mit guter Laune an Board sehen wir die Sache recht entspannt. Vielleicht auch, weil wir nur 30 Minuten fahren, bis wir an der nächsten Etappe angekommen sind: Die Ravenna Schlucht.

Die Ravenna Schlucht

Der Startpunkt zur Ravenna Schlucht ist ein kleiner Schotterparkplatz am Fuß des Berges Kaiserwacht. Der Höllsteig führt uns schließlich direkt ins Hölltal. Und wer hätte es gedacht? Dort ist die Hölle los. Von uns wenig beachtet standen auf dem zweiten Parkplatz zwei drei Busse. Hier waren nun die Leute dazu. Touristen aus der ganzen Welt tummeln sich in einem für Ausflügler hergerichteten Dorf. Auf der einen Seite ein Hotel, davor die Glasbläserei und ein Restaurant, welches innen den Eindruck einer Autobahnraststätte erweckt. Im Zentrum ein Gebäude mit Kuckucksuhren und Wasserrad. Wir lassen diesen überlaufenen aber durchaus attraktiven Ort hinter uns und steuern auf die Eisbahnbrücke zu. Unter dem imposanten Viadukt hindurch immer bergauf entlang vom Ravennabach bahnen wir uns unseren Weg. Unser knapp eineinhalb Kilometer entferntes Ziel erreichen wir über schmale Stege und Treppen, auf denen immer nur eine Person breit Platz ist. Mit Emily in der Kindetrage zähle ich wohl als LKW und habe den Vorteil, dass mir öfter Platz gemacht wird. Nachdem wir die knapp 200 Höhenmeter überwunden haben gibt es eine kleine Pause am Wasserfall bevor es wieder zurückgeht. Zu dieser Zeit Ende Sommer ist der Wasserstand recht niedrig und der Ravennabach erinnert eher an eine Felsenlandschaft. Im Flussbett finden sich unzählige rundgeschliffene Felsbrocken. Wieder unten angekommen, sind die Busse wieder abgefahren und das kleine Touristendorf wirkt recht idyllisch. Als Belohnung nach dem Auf- und Abstieg gibt es jetzt erstmal ein großes Stück Schwarzwälder Kirschtorte.

Der Schluchsee

Unser letztes Ziel für den Tag ist der Schluchsee und die Jugendherberge Wolfsgrund. Der Weg dorthin führt uns vorbei am Tittisee. Hoch über dem See führt die B500 entlang und beschert uns den ein oder anderen grandiosen Ausblick. In der Ferne liegt der Feldberg, dessen Skigebiet von weitem zu sehen ist. Rund um die Seen ist alles zugeparkt. Aber bei 30 Grad auch kein Wunder. Am Ziel angekommen stehen wir vor dem Problem keinen Parkplatz zu finden. Zum Glück ist es schon spät genug, dass die Massen an Badegästen langsam aufbrechen und es dann auch rund um die Badestellen etwas leerer wird. Etwas unpraktisch ist die Badestelle an einer Landzunge dann doch. Die Liegewiese ist direkt im Hang und die einzig ebenen Flächen direkt am Gehweg. Der See wird begrenzt von einer ca. zwei Meter hohen Mauer. Hinab führt eine steile schmale Steintreppe und der Sandstrand erinnert eher an einen Schotterweg. Das wird auch der Grund gewesen sein, warum unsere Kleine nicht so begeistert im „Sand“ herum gelaufen und lieber auf dem Stück Wiese geblieben ist.

Die Jugendherberge

Zum Abend gab es dann ein Picknick am Grillplatz der Jugendherberge. Die angrenzende Wiese bot den passenden Raum, die lang ersehnte Ruhe vor den Massen an Menschen und das perfekte Panorama über den Schluchsee in der Abendsonne. Die Jugendherberge selber war ganz anders als die in der Eifel. Es gab keinen Spielplatz und kein Spielzimmer. Wir hatten zwar wieder ein eigenes Familienzimmer, diesmal waren aber Duschen und WC außerhalb. Auch das Publikum war sehr verschieden. Waren in der Eifel vor allem Wanderer, welche die Herberge aufsuchten, wurden wir am Wolfsgrund mit Familien und Reisegruppen konfrontiert. Besonders auffällig war eine 20 Frauen starke Bibelgruppe mittleren und gehobenen Alters, welche direkt vor unserem Fenster mit Instrumenten Gebeten und Gesang bis in die Nacht von sich hören machten. Auch so war die Herberge sehr Hellhörig. Vom Zimmer aus waren sogar die Flüsterstimmen der anderen Gäste zu hören.

Die negativen Eindrücke vom ersten Tag wurden direkt am Morgen relativiert. Der Blick vom Bett aus dem Fenster direkt auf das ungetrübte Panorama des Schluchsees sorgte für den notwendigen positiven Auftrieb. Auch das Frühstück war nicht zu vergleichen mit dem aus der Südeifel. Eine üppige Auswahl an Wurst und Käse, Tees, Saft, Marmeladen, Joghurts, Kornflakes und Müsli standen einem guten Frühstück im Hotel in nichts nach. Gut, der Kaffee hatte geschmacklich Luft nach oben, aber dafür gab es frisches Rührei.

Triberger Wasserfälle

Gerade als der Ansturm auf das Frühstück am größten wird, machen wir uns auf, zurück Richtung Heimat. Unser Weg führt uns auf der Deutschen Uhrenstraße nach Triberg zu den Triberger Wasserfällen. Die Triberger Wasserfälle sind mit einer Gesamthöhe von 163 Metern die höchsten Wasserfälle Deutschlands. Die insgesamt 7 Fallstufen sind über gut ausgebaute Wege, Treppen und Stege sehr gut erreichbar. Dass dieses Naturschauspiel zu den begehtesten Ausflugszielen der Region gehört macht sich der Ort mit 4,50€ Eintritt zu Nutze. Eine weniger begeisternde Erkenntnis. Nichts desto trotz sind die Wasserfälle ein Spektakel, welches sich zu besuchen lohnt. Von oben kommend erwarten uns knapp 200 Meter Abstieg und ein Spannungsbogen der jede Mühe lohnt. Immer beeindruckender wird das Bild welches die vielen Fallstufen bieten. An dieser Stelle ein ganz klarer Tipp an zukünftige Besucher. Weiterer Vorteil: der Parkplatz oben ist kostenlos. Welchen Vorteil es mal wieder hatte etwas früher aufzustehen, als der Rest zeigte sich dann im Ort. Nachdem ich mich dazu entschlossen hatte allein ohne Gepäck wieder hoch zu laufen und das Auto zu holen, musste ich feststellen, dass es unten im Ort absolut keine Parkmöglichkeiten mehr gab. Um die Mittagszeit waren sowohl das Parkhaus, als auch alle Nebenstraßen und kleineren Parkplätze völlig überfüllt. Zum Einladen von Kind und Kegel musste dann die Freifläche vor dem Haupteingang herhalten.

Schwarzwälder Freilichtmuseum

Letzte Etappe an diesem Wochenende ist das Schwarzwälder Freilichtmuseum in Gutach. Etwas erschöpft und geplagt von der Hitze und den vielen Menschen haben wir uns erst einmal der schwäbischen Küche gewidmet. Im Empfangs- und Ausstellungsgebäude befindet sich direkt das Museumsrestaurant Zum Hofengel. Mit Blick auf die historischen Bauernhöfe genießen wir die regionale Küche. Das parkähnliche „Dorf“ ist gespickt mit Erlebnisbereichen für Kinder, viel Wissenswertem über die Geschichte der Region und eine Handvoll Tiere. Insgesamt eine hübsch angelegte Anlage. Wem das zu wenig Action ist, für den gibt es in Sichtweite noch eine Sommerrodelbahn.

Alles in allem hat der Schwarzwald sich an diesem Wochenende wieder von seiner schönen Seite gezeigt. Trotz des warmen Wetters und gut besuchten Ausflugszielen konnten wir viele tolle Eindrücke sammeln und können jedes Ziel mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

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