Die Margarethenschlucht

Margarethenschlucht – Auf Zeitreise im Odenwald und entlang des Neckars

Die Relation von Zeit. Gebirge und Landschaften geben uns etwas Konstantes in unserer Zeit auf der Erde. Doch auch die Geologie unserer Umgebung verändert sich mit der Zeit. Über dieses Phänomen und die Entstehungsgeschichte informiert der Naturlehrpfad Margarethenschlucht im Neckar-Odenwald-Kreis.

Vor 40 Millionen Jahren war es so weit. Eine Geburtsstunde heutiger Ausflugsziele. Der Oberrheingraben bricht ein und der Buntsandsteinschild des Odenwaldes hebt sich. Dadurch heben sich auch die Seitenarme des Neckars. Es formten sich tiefe Schluchten und Klingen wie z.B. die Margarethenschlucht. Seitdem führt der Weg des Flursbach durch eine 130m hohe Schlucht mit vielen Fallstufen, welche zum einen eine besonders schöne und wilde Kulisse bilden und zum anderen besonders zur Schneeschmelze ein Schauspiel kraftvoller Natur bieten.

Um das Ergebnis jahrmillionen geologischer Zeitgeschichte zu bewundern, machen wir uns an diesem Samstagmorgen auf den Weg nach Neckargerach. Oberhalb des kleinen Ortes, etwas abseits und versteckt vor der Landstraße befindet sich ein kleiner Schotterparkplatz an einer Pferdekoppel. Dieser markiert für uns den Startpunkt des Margarethenschlucht-Pfades. Einem landschaftsgeschichtlichen Lehrpfad entlang des Neckars mit 10 Informationstafeln und tollen Rast- und Aussichtmöglichkeiten. Vom Start weg führt uns ein steiler Waldweg hinab auf den Hauptweg und zur ersten Tafel. Mit unserer Tochter in der Kraxe kann ich mich mit den Wanderstöcken abstützen. Für alle anderen bleibt nur die Möglichkeit sich gegenseitig zu stützen oder von Baum zu Baum zu hangeln. Unten angekommen begrüßt uns die erste Tafel und ein breiter Wanderweg. Diesem folgen wir knapp einen Kilometer bis zu unserem Hauptziel: der Margarethenschlucht. Nach einem kleinen Anstieg führt der Wanderweg weitestgehend eben auf halber Höhe den Berg entlang. Zu unserer Linken ist der Berg zum Greifen nah. Rechts von uns haben wir einen tollen Blick über den Neckar und die umgebende Hügellandschaft. Unterhalb der Margarethenschlucht angekommen gibt es erstmal ein ordentliches Picknick. Eine überdachte Sitzgelegenheit, der ungetrübte Blick auf den Neckar und in die Ferne geben hier den passenden Rahmen. In den öffentlichen Google-Karten ist hier die „Baumelbank“ verzeichnet. Warum die so heißt ist für uns leider nicht erkennbar.

Schon bei der Vorbereitung unserer kleinen Tour waren überall Warnhinweise zu lesen. Auf Tafel 1 am Start wurde vor schwer zugänglichem Gelände mit alpinem Charakter gewarnt und auch direkt vor der Schlucht werden wir eindringlich auf Sicherheitshinweise wie Safepoints und Notrufnummern hingewiesen. Der Weg durch die Schlucht hat einen alpinen Charakter, der neben einer guten Wanderausrüstung mit der notwendigen Achtsamkeit betreten werden sollte.

In der Schlucht angekommen können wir die Felsformationen bestaunen. Von einem großen Wasserfall war allerdings nicht viel zu sehen. Schade eigentlich, hatten wir uns doch auf einen reißenden Strom gefreut. Das wenige Wasser ist jedoch nicht weiter verwunderlich. Der Flursbach selber ist nicht besonders groß und führt hauptsächlich Schmelz- und Regenwasser ab. Da es mitten im Sommer ist und es auch schon längere Zeit nicht mehr geregnet hatte, ist es keine Überraschung, dass der Flusslauf eher einem Rinnsal glich. Ein Vorteil hatte das Ganze jedoch. Wir konnten trockenen Fußes die vielen Flussquerungen bis hinauf passieren. Für den Klettersteig ist zwar einiges an körperlicher Anstrengung nötig, ist aber dennoch sehr gut ausgebaut und gesichert. Eine etwas heiklere Passage gab es dann doch. Wie anfangs beschrieben, hatte ich unsere Tochter in der Kraxe auf dem Rücken. Zwischendurch ragt jedoch ein Fels in den Weg, welcher die Durchgangshöhe auf vielleicht eineinhalb Meter beschränkt. Natürlich direkt an einem Abhang, wo es weder rechts noch links eine Ausweichmöglichkeit gibt. Beim vorbeihangeln war es dann vor allem Susan, die gebannt und nervös die Situation beobachtet hat. Oben angekommen, haben wir dann um ein Erlebnis reicher den Rückweg angetreten. Entlang einer idyllischen Feldlandschaft geht es auf einer kleinen Nebenstraße zum großen Rast- und Aussichtpunkt auf dieser Rundtour. Ein paar hundert Meter vor dem Parkplatz wartet eine gepflegte Freifläche mit vielen Sitzgelegenheiten, einer Feuerstelle, einem Abhang und vor allem einem uneingeschränktem Blick über den Verlauf des Neckars.

Nach einer längeren Rast treten wir die letzten Meter zum Auto durch den Wald an. Ein bisschen unheimlich wird es dann noch durch den Wind, der die Bäume doch beachtlich zum schwanken bringt. Auch das aneinander reiben der Baumstämme sorgt für eine enorme Geräuschkulisse. Für den Aufmerksamen Wanderer erscheint durch die Sträucher dann noch die Ruine Minneburg auf der gegenüberliegenden Neckarseite bis man vom Parkplatz aus noch bei Tafel 10 einen Aussichtspunkt zum Abschluss findet.

Für uns war diese Schlucht ein tolles Erlebnis, welches wir nur weiterempfehlen können. Aus eigener Erfahrung können wir nur raten den entsprechenden Warnhinweisen Beachtung zu schenken und besonders mit Kindern die eigenen Kletterkünste kritisch zu bewerten. Wenn man aber erstmal in der Schlucht ist, lohnt es sich inne zu halten und die Natur zu genießen. Feuersalamander konnten wir leider keine sehen. Vielleicht war es zu warm und zu trocken. Die Route zum selber erleben findet ihr hier. Weitere Infos findet ihr auf der Seite des Naturpark Neckar-Odenwald. Hier gibt es auch den Flyer zum Lehrpfad. Regelmäßige Impressionen zu „Erlebnissefindendraussenstatt“ findet ihr auch auf Facebook oder Instagram.

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Susan und Christian

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