Schnelldurchlauf der ISPO 2018: 4 Tage Messe komprimiert auf 1/4 der Zeit

Sonntagmorgen, kurz nach 9 Uhr, direkt vor den Pforten des Münchner Messegeländes: Vor wenigen Minuten öffneten sich selbige für seine Besucher und bereits jetzt spuckt die U-Bahn Menschenmassen im Zwei- bis Fünfminutentakt aus. In diesem Jahr werden über den gesamten vier tägigen Messezeitraum mehr als 84.000 Angehörige der Sport- und Outdoorbranche aus insgesamt 120 Ländern die ISPO besuchen. Heute bin ich einer von diesen 84.000 Menschen.

Gespannt betrete ich das Gelände der internationalen Leitmesse für das Sport-Business. Noch verteilen sich die Besucher gut auf die 16 Hallen und ich bin frohen Mutes, dass ich zumindest den überwiegenden Teil meines detailliert ausgearbeiteten Plans – wann ich wo sein will, welche Stände ich besuchen, welche Show ich erleben will – einhalten kann.

Dieser Plan ist quasi überlebenswichtig für mich: Bei 2.801 Ausstellern, acht Ausstellungsbereiche (Outdoor / Urban / Health & Fitness / Vision / Snowsports / Trends, Innovation & Industry Services / Manufacturing & Suppliers sowie Teamsports) und jeder Menge gleichzeitig ablaufenden Vorträgen bzw. Inszenierungen muss man sich schon vorher überlegen, was man sehen will.

Sport und Outdoor zum Anschauen, Anfassen und Ausprobieren

PoolEins ist also klar: Was auf vier Tage ausgelegt ist, werde ich niemals an nur einem einzigen schaffen! Doch obwohl ich mir dessen bewusst bin, holt mich im Laufe des Tages die Realität ein – es ist eher der überwiegende Teil meines Plans, den ich nicht schaffe. Die riesige Vielfalt an Ausstellern, Themenbereichen, Darbietungen usw. prasselt auf mich ein. Immer wieder bin ich von Etwas so fasziniert, dass ich kurzerhand meinen Plan über den Haufen werfe und damit beginne, Abstriche zu machen. Beeindruckend finde ich z.B. das Outdoor & Watersportsvillage mit seinem Indoor Pool, in dem man die Bretter gleich mal testen kann.

Rufus – ein elektronisch angetriebenes Fahrzeug, das als persönlicher Lauftrainer agieren soll – weckt meine Aufmerksamkeit. Da ich selbst regelmäßig laufen gehe, interessieren mich prinzipiell Innovationen in diesem Bereich. Rufus misst die Belastung während des Laufens und alarmiert den Läufer, wenn er sich zu übernehmen droht. Er führt Trainingsprogramme aus, die auf die individuelle Fitness- und Leistungsziele zugeschnitten sind. Dadurch soll er für ein optimales Lauftraining sorgen.

Uhren und Apps, die das Training überwachen und auswerten sind ja mittlerweile Gang und Gebe, aber ein solches Gerät ist mir noch vollkommen neu. Ich bin erstaunt – ob im positiven oder negativen Sinne bin ich mir noch nicht ganz sicher. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, damit zu laufen. Ist Rufus eher störend und nur eine teure Spielerei, die auf Dauer uninteressant wird oder hebt er das Lauferlebnis noch einmal auf ein neues Level, sodass man nie mehr darauf verzichten möchte? Meine Neugierde hat er zumindest auf jeden Fall geweckt.

Mittlerweile füllen immer mehr Menschen die Hallen und Gänge und allein schon ein Gelangen von A nach B gestaltet sich immer schwieriger und zeitintensiver. Und ich hinke weiter meinem Zeitplan hinterher…

Breite Mittelgänge schafft offene Atmosphäre

Piloxing
Piloxing – Mischung aus Boxen, Pilates und Tanz

Die Besucher der Messe, inklusive mir, werden außerdem von Vorträgen und Inszenierungen in den extra dafür angelegten Mittelgängen angezogen. Das Tanzwerk München stellt beispielsweise die Trendsportart Piloxing vor. Eine Kombination aus Pilates, Boxen und Tanz.

 

TMX
TMX – Alternative zur Faszienrolle

Thomas Marx präsentiert seine therapeutische Alternative für die Faszienrolle. Triggern, mobilisieren, dehnen – lautet seine Zauberformel bei muskulären Verspannungen. Die Alternative zur Faszienrolle wird bereits in verschiedenen Bundesliga Clubs eingesetzt.

 

Sebastian Hallmann
Übungen fürs Faszeintraining

Sebastian Hallmann, der 7-fache Deutsche Meister auf Mittel- und Langstrecken, der für die Deutsche Nationalmannschaft bei Welt- und Europameisterschaften antrat und vergangenes Jahr den Wings for Life World Run gewann, betont die Wichtigkeit des Faszientrainings – gerade auch im Laufsport. Er und seine Sportmodels zeigen Übungen dazu:

 

Sport und Outdoor ganz im Zeichen der Digitalisierung

ISPO Digitize – das diesjährige Motto der Messe – greift die Thematik auf, dass auch die Sport- und Outdoorbranche immer stärker von der Digitalisierung geprägt ist. Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, sieht das als eine Chance für die Sportartikelindustrie und für den Sportfachhandel, mehr Menschen für den Sport zu gewinnen. Daher hat die ISPO 2018 „eine Plattform geschaffen, die Möglichkeiten der digitalen Transformation für Händler und Marken gemeinsam weiter zu entwickeln“ (Roland Auschel, Vorstandsmitglied von adidas).

Mir begegnen v.a. viele Sportartikel, die mir generell nicht neu sind, aber jetzt auch motorbetrieben laufen, wie die Blackroll mit Vibrationsfunktion:

 

Onewheel
Onewheel

Oder Geräte mit technischen Raffinessen und die immer mehr auf die Kopplung mit dem Smartphone ausgelegt sind. Skateboard war gestern – heute ist motorbetriebenes Onewheel inklusiver technischer Spielereien, wie LED-Licht und Bluetooth Musik Steckplätze.

Schuhproduktion
Schuhproduktion

Besonders spannend find ich am Stand von Superfeet und Desma den Blick hinter die Kulissen der Schuhproduktion. In der kleinen Produktionsanlage können sich Besucher ihren eigenen Schuh herstellen lassen. Zunächst wird der Fuß gescannt, anschließend der Gang analysiert und Vorlieben abgefragt. Schließlich überspielt eine Software die Daten an die Produktionsanlage und nach ca. 60 Minuten erhält der Besucher dann seinen individuellen Schuh.

Apropos Fußabdruck

Gedanken über unseren „ökologischen Fußabdruck“ macht sich der Aussteller Klean Kanteen im besonderen Maß. Die Marke produziert ausschließlich BPA-freie und lebensmittelechte Edelstahlprodukte, die auch frei von Blei, Phthalaten und anderen Giftstoffen sind.

Als extremer Gegensatz zu Wergwerfprodukten sind alle Artikel auf eine lebenslange Verwendung ausgelegt und besitzen zehn Jahre Garantie. Grund dafür ist der eigens entwickelte Klean CoatTM – eine nachhaltige Pulverbeschichtung. Dadurch sind die Flaschen absplitter- und widerstandsfest.

BPA-freie Produkte

BPA ist eine Abkürzung für Bisphenol A. Dabei handelt es sich um einen Weichmacher in Kunststoffen und Harzen. Es wirkt auf den menschlichen Hormonhaushalt und sollte daher vermieden werden. BPA-freie Produkte enthalten also kein Bisphenol A.

 

Klean Kanteen ist u.a. dem Netzwerk „1% for the planet“ beigetreten und hat sich dem Umweltschutz und der Nachhaltigkeit sowie einer sicheren Verbreitung verschrieben. Neben einem ansprechenden Design sind die Themen Gesundheit und die Sorge um den Planeten vordergründig.

Ursprünglich stammt das Familienunternehmen aus Nord-Kalifornien und hat eine mehr als 30-jährige Geschichte. Seit einigen Jahren ist Klean Kanteen mit Edelstahltrinkflaschen und Trinkbechern auch am europäischen Markt vertreten. Der besondere Clou bei den Flaschen: Je nach Verwendungszweck und Vorlieben kann man den Deckel frei wählen. Das Motto lautet hier nicht „Jeder Topf findet seinen Deckel“, sondern „Ich bestimme selbst, welcher Deckel zu meiner Flasche passt“.

Ich muss sagen: Das Angebot ist wirklich groß, sodass ich glaube, dass hier auf jeden Fall jeder eine passende Flasche findet – egal welche Farbe, Form oder Verwendungszweck man favorisiert. Wirklich klasse finde ich auch, dass sie an die Umwelt denken und darauf Wert legen, schadstofffrei zu produzieren. Wer sich ebenfalls für die Produkte und die Marke interessiert, kann sich auf der Homepage informieren.

Schön wars…

U-Bahn
U-Bahn

Ab 17:00 Uhr beginnen bereits hier und da gesellige Treffen mit musikalischer Untermalung und „erfrischenden Getränken“. Eine weitere Stunde begebe ich mich noch auf meine Entdeckungstour durch die Hallen, ehe dann mein persönlicher 9-stündiger Messetag zu Ende geht.

18:00 Uhr ist auch für die Aussteller Feierabend und so machen sich immer mehr Besucher auf den Heimweg. Einige mit Taxis, aber auch Unzählige mit der U-Bahn. Vollbepackt mit Infomaterialen und kleinen Give Aways stürze ich mich ins Gedränge und freue mich darauf, nach etlichen gelaufenen Kilometern zu Hause die Füße hochlegen zu können. Nächstes Jahr will ich unbedingt wieder kommen – aber dann auf jeden Fall mit mehr als nur einen Tag Zeit. Mit diesem Gedanken endet für mich das Abenteuer ISPO 2018.

Für noch mehr Outdoor-Impressionen, #DraussenErlebnisse und Erfahrungsaustausch folgt uns doch in den sozialen Netzwerken. Immer wieder aktuelle Bilder gibt es zum Beispiel auf Instagram oder Facebook.

Dies ist ein Beitrag von Juliane Hilse, Bloggerin bei Erlebnissefindendraussenstatt.de

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